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Mai 2022

G’day, Mates!

Während ich auf den Mohn gucke, der bei uns im Garten blüht, scheinen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf die Blumen. Die Vögel streiten sich um das Futter im Vogelhaus und die Amseln zwitschern im Hintergrund. Die ersten großen Frühjahrsgewitter sind bereits durch das Land gezogen und ich genieße die Zeit ohne 30 Grad (so lang ich noch kann :))

Der Mai war für mich emotional und psychisch genauso wechselhaft wie das Wetter Ende des Monats.

Er begann mit meinem Geburtstag, der dieses Jahr so schön war wie selten. Es haben sehr viele Menschen an mich gedacht und mir in Form von Briefen, Nachrichten oder Anrufen gratuliert. Darüber habe ich mich sehr gefreut, gerade auch, weil es ein Wochentag und damit für viele stressig war. Das Wetter war traumhaft – Sonne, aber nicht zu warm und so habe ich den Tag draußen auf der Terrasse im Kreis der Familie verbracht. Am Wochenende habe ich mit dem etwas größeren Kreis feiern können und das war nach den Jahren der Isolation und in Australien echt schön. Es gab einen total leckeren Brunch und das hat der Seele wirklich gut getan. Leider musste ich feststellen, dass ich für Twister längst nicht mehr gelenkig genug bin, autsch! 😀

Dann gab es mein 20-Dezibel-Event! Ich hatte für 2021 ein Ticket für Dua Lipa, weil ich ihre Musik in Australien im Hostel rauf und runter hören musste und irgendwann dann auch wollte 😉 und ihr Album Future Nostalgia finde ich wirklich richtig, richtig gut. Also habe ich mir ein Ticket geholt und das Konzert fand nach dreimal verschieben dann endlich statt! Ich konnte es gar nicht glauben und habe eigentlich noch bis zum Tag selbst mit einer Absage gerechnet. Es war so ein dermaßen surreales Gefühl, wieder in einer Konzerthalle zu stehen (da ist schon ein Tränchen in die Maske gelaufen). Leider hatte ich vom Konzert selbst absolut gar nichts. Wegen meines Hörsturzes im Januar habe ich mir einen Schallschutz vom Hörgeräteakustiker anfertigen lassen, um mein Gehör zu schützen. Tja – der hat so gut funktioniert, dass ich von den Moderationen gar nichts hören könnte und von der Musik eigentlich nur die Beats gespürt habe. Gehört habe ich wenig bis gar nichts. Ich weiß nun auch wieso: Ich habe alles auf knapp 20 Dezibel gehört. Das ist praktisch so laut wie Flüstern, wenn jemand am anderen Ende des Raumes steht. Das hat mich total frustriert. Nach drei Jahren Konzertpause hat man endlich ein Event mit knapp 15.000 Leuten und man hört … nichts. Dabei war das Konzert wirklich gut, glaube ich jedenfalls. Auf den Videos sieht es so aus. Trotzdem konnte ich es nicht genießen, weil ich nichts hören konnte und weil die Leute aggressiver waren als auf jedem Metal-Konzert, das ich besucht habe. Ein besoffener Schrank von Mann hat Frauen betatscht und wurde schlussendlich von der Security abgeführt. Ein Typ hat mit einer Frau eine Prügelei angefangen, weil sie ihm die Sicht versperrt hat und er früher da gewesen ist als sie. Und der Italiener neben mir hat jeden Song mitgegrölt, sodass ich von Dua gar nichts mehr hören konnte. Keine Ahnung. Mich hat das total überfordert, wieder unter so vielen Menschen zu sein. Diesen auch nahe zu sein. Das war so von 0 auf 100. Vielleicht war es zu früh. Vielleicht war es zu viel. Aber ich gebe zu: Ich war schon echt mordsmäßig frustriert, nachdem ich zu Hause war. So habe ich mir das nicht vorgestellt 🙁

Und dann hielt der Mai eigentlich jeden Tag schlechte Nachrichten für mich bereit, die wahnsinnig an meinen Nerven gezerrt haben. Ich musste noch einmal stark meine Ziele, Wünsche und vor allem meine Zeitplanung überdenken. Kontakte zu Menschen hinterfragen. Über meinen Schatten springen, Grenzen ziehen und für mich einstehen. Etwas, was mir nicht leicht fällt, weil ich immer denke, es allen rechtmachen zu müssen – nur mir nicht. Das hat einigen vor den Kopf gestoßen, was ich verstehen kann, aber am Ende lebe nur ich mein Leben und das gefällt mir aktuell nicht so gut, wie es gerade ist. Ab Juli wird zumindest ein Teil wieder entspannter und dieser Zeit sehne ich mich wirklich entgegen.

Ich habe aber draus gelernt: Lass dich nicht in Entscheidungen drängen, nur um den Frieden anderer zu wahren. Es. Bringt. Einem. Nichts. Gar nichts.

Noch weiß ich nicht, ob ich daraus Konsequenzen ziehe und wenn ja, wie diese aussehen, aber das wird die Zukunft zeigen 🙂

Außerdem habe ich die ersten Goodies für Amicitia angefertigt. Ich werde an dieser Stelle nicht verraten, was es ist, aber ich bin echt wahnsinnig stolz drauf, weil es mir mit meiner Dyskalkulie und auch rein vom … kreativen Herstellungsprozess 😉 sehr viel abverlangt hat. Dass das Ergebnis so gut ist, dass ich es mit reinem Gewissen fremden Leuten anbieten kann, macht mich echt total happy. Ich liebe Momente, in denen man Neues probiert und es relativ problemlos gelingt. Das macht mich schon stolz 🙂

Um mich von dem ganzen Mist abzulenken, bin ich oft in fremde Welten versunken. Ich habe den zweiten Teil von Loreley – Salz & See von Marleen S. Meri gelesen, der mir gut gefallen hat. Ich bin sehr gespannt, wie es mit allen Figuren weitergeht und wie sich die Geschichte auflöst. Dann habe ich The Italian Girl von Lucinda Riley gelesen – ein historischer Roman, der von Opernsängern handelt. Das Buch war wirklich toll, aber teilweise wurden mir die Ereignisse zu vorhersehbar hinausgezögert, was es bei dem dicken Klopper manchmal etwas schwierig gemacht hat. Bitte lächeln / Rachsüchtig waren wieder Gänsehaut- / Fear Street-Bücher, die mich gut unterhalten haben. Die Welt ist ein Ozean und ein Sturm von Jonna Enders war mein Monatshighlight. Ich liebe die krass intensive Art von ihr, Dinge auf den Punkt zu bringen und doch gleichzeitig poetisch zu sein. Das ist echt Talent. Emotional Sensitivity and Intensity von Imi Lo ist ein Buch über Hochsensibilität, bot mir aber keine neuen Erkenntnisse. Die sechs Kraniche von Elizabeth Lim ist ein asiatisch angehauchter Fantasyroman, der mir leider nicht gefallen hat, weil zu wenig passiert ist und am Ende zu viel erzwungenes Happy End herrschte, obwohl es nur der erste Teil ist.

Ich spiele momentan total gern Farm Together. Man kann hier eine Farm aufbauen mit Ackerflächen, Obstbäumen und Blumenwiesen. Aber es gibt auch Tiere und Fischteiche. Die Grafik ist eher auf niedlich getrimmt, gefällt mir aber. Es gibt Quests, die man erfüllen kann, um so Produktionsmaschinen zu kaufen, damit man mehr Geld / Diamanten erhält, um die Farm zu vergrößern. Was mich an dem Spiel nervt, ist, dass es in Echtzeit läuft. So muss man teilweise „warten“, bis bestimmte Früchte oder Gemüsesorten fertig zum Ernten sind und das schmälert den Spielspaß ein wenig. Gerade auch, weil manche Dinge nur in bestimmten Jahreszeiten zu pflanzen sind. Aber ich habe mittlerweile einen guten Rhythmus gefunden und freue mich darauf, die Farm weiter auszubauen 🙂

Meine Serienflaute wurde im Mai ein klitzekleines bisschen besser. Ich habe natürlich die letzten Folgen und das Finale von GNTM geschaut. Das Finale bestand ja zu 90% darin, sich auf die Schulter zu klopfen, wie divers die Show doch ist. Und wer hat am Ende gewonnen? Eine weiße, blonde Frau. Yay! Voll divers! Auf Netflix habe ich durch Zufall einen Liebesfilm – A perfect pairing – entdeckt, der im Infotext die Wörter „australische Schaffarm“ enthielt. Da setzte bei mir alles aus und ich habe den Film sofort geschaut. Zugegeben, er ist total klischeehaft und vorhersehbar, aber ich fand ihn toll. Ich mochte das australische Farmsetting, was wirklich gut rübergebracht wurde – allein meinen Tequila Free Food-Song bei der Schafscher-Szene! – und überhaupt das gesamte Setting. Würde ihn glatt nochmal gucken. 2nd Chance Rivals ist ebenfalls ein australischer Film, der mir leider überhaupt nicht gefallen hat. Die schauspielerische Leistung fand ich überhaupt nicht überzeugend und ich bin oft darüber gestolpert, was der Film sein will – eine Jugend-Komödie oder ein Familiendrama? Willkommen auf Eden klang nach einer Serie genau für mich: Teenager stranden irgendwo und müssen in einer dystopisch angehauchten Welt / in einem System klarkommen. The Tribe und LOST lassen grüßen. Ich habe die Serie nicht verstanden. Mir war das Motiv hinter Eden nicht klar und es kam für mich nicht gut genug heraus. Dadurch habe ich die Brutalität nicht nachvollziehen können und bin an einer weiteren Staffel auch nicht interessiert. Ende des Monats gab es die komplette zweite Staffel von Tonis Welt auf RTL+ zum Stream und ich hab sie mir an einem Wochenende angeschaut. Der Club der roten Bänder wird für mich auf ewig einen besonderen Platz im Herzen haben. Toni als Figur sowieso. Ich habe die erste Staffel von seinem Spinoff geliebt. Sie war herzerwärmend, lustig und so … cozy. All das habe ich nicht wirklich in der zweiten Staffel bekommen. Ich habe sie eigentlich nur wegen der Dorf-Atmosphäre weitergeschaut, weil die so schön dargestellt ist. Aber Valerie fand ich in Staffel eins schon unsympathisch und jetzt umso mehr. Es war mir zu viel Drama, zu wenig Komik und die, die es gab, war zu erzwungen. Und die Handlung war langweilig und vorhersehbar. Sehr schade.

Einfach, weil es sein muss. 😀

Dua Lipa - Levitating (Official Lyrics Video)

Ich habe auch schon ganz viele Fotos von Kühen bekommen. Das war wichtig … kuhl.

Badum-tsch.

Ich bin traurig, dass der Mai so ein ätzender Monat war, obwohl er viel Potenzial mitgebracht hat. Der Juni wird nochmal sehr anstrengend. Das 9€-Ticket macht in einer Stadt wie Berlin, wo die U-Bahnen so schon nie pünktlich waren, keine Lust, das Wetter ist ebenso schwierig und mal sehen, wie die neu entstandenen Baustellen in meinem Leben sich weiter entwickeln. Ich freue mich aber total auf Rock am Ring, das ENDLICH wieder stattfindet und sehne dem Ende vom Juni entgegen, weil dann hoffentlich alles endlich wieder etwas entspannter wird.

Ich hoffe, ihr hattet einen guten Mai und einen hoffentlich (noch) besseren Juni!


No worries,

Sarah

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