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Jahresrückblick 2021

Das Jahr 2021 ist vorbei und es ist mal wieder Zeit, zurückzuschauen, wie das Jahr so verlaufen ist und was es für Höhen und Tiefen gab.

2021 war kein schlechtes Jahr. Das nicht. Aber es war für mich in vielerlei Hinsicht ein sehr schwieriges Jahr, in dem ich sehr auf die Probe gestellt wurde – zusätzlich zu dem ganzen Corona-Mist, der uns vermutlich allen hart auf die Nerven geht. Ich war oft am Ende meiner Kräfte und wurde immer wieder an die Grenze der Verzweiflung getrieben. Wie gesagt: Nicht alles war schlecht. Es ist auch sehr viel Gutes passiert. Aber die schwierigen Momente haben leider überwogen und so war es eben ein für mich kein so tolles Jahr.

Ein absolutes Highlight in diesem Jahr war, dass ich endlich eine unbefristete Festanstellung gefunden habe. Nimm das, Scheinselbstständigkeit!!! Ich kann endlich einmal krank zu Hause bleiben, ohne dann doch mit Taschenrechner und Buchhaltung am PC zu sitzen, weil ich ausrechne, dass ich es mir eigentlich gar nicht leisten kann, zu Hause zu bleiben (lieben Gruß an die raffgierige Rente an dieser Stelle). Das nimmt mir eine ENORME Last von den Schultern. Ich kann mir endlich Urlaub leisten (von dem ich dank Corona nicht viel habe, aber nun gut, der Wille zählt :D) und das ist gigantisch. Mir macht die Arbeit eine Menge Spaß, ich habe tolle Kollegen und bin wirklich jeden Tag dankbar dafür, dass ich diese Chance bekommen habe und dass das für mich auch so gut funktioniert (und natürlich auch für meine Vorgesetzten ;)).

Einen Tag vor meinem ersten Arbeitstag ist dann der Verlagsvertrag von Amicitia geplatzt – 8 Wochen vor der Veröffentlichung. Das war ein absoluter Schock für mich und mir wurde absolut der Boden unter den Füßen weggerissen. Das tat weh und war mit der Belastung des neuen Jobs sehr hart. Ich sage das jetzt so „abgeklärt“, aber das war und ist für mich eine schwere Geschichte. Teilweise habe ich daran noch immer zu knabbern. Am schlimmsten daran war für mich aber, dass daran beinahe eine sehr wichtige, beständige und einzigartige Freundschaft zerbrochen wäre. Ich bin noch immer dankbar, dass ich mich mit ihr ausgesprochen und zusammengerauft habe. Mittlerweile bin ich einfach nur froh, dass es niemals zur Veröffentlichung gekommen ist. Der „Verlag“ ist an Inkompetenz nicht zu überbieten. Die Inhaberin lektoriert, während sie Filme guckt, die „Lektorin“ hat direkt auf der ersten Seite so viele Fehler im Manuskript übersehen, die selbst Anfängern auffallen und die Qualität der Bücher ist Schrott.

Natürlich habe ich mir dann Gedanken gemacht, wie es nun weitergeht und mich dann zum Selfpublishing durchgerungen. Leider ging auch das schief – mit dem gleichen Projekt innerhalb von sechs Monaten. Die „Dienstleisterin“ hat es innerhalb von drei Monaten nicht geschafft, mir das Manuskript lektoriert zurückzuschicken, geschweige denn, in Kommunikation mit mir zu treten. Das Ganze ging sogar kurzzeitig zum Anwalt und endete sehr eklig und unschön. Ich habe wenigstens mein Geld wiederbekommen – stehe nun aber (wieder mal) vor dem Nichts. Daran knabbere ich immer noch. Das sind Wunden, die verheilen werden, aber deren Narben ich niemals loswerde. Ich komme am wenigsten damit klar, wie man so ekelhaft sein kann. Wie man so abgebrüht und widerlich mit Menschen umgeht, die fair und ordentlich mit einem umgehen – und bereits bezahlt haben.

Ich habe für einige Tage eine Freundin besucht, die ich in Australien kennengelernt habe. Wir haben uns eigentlich nur anderthalb Tage in Brisbane gesehen, sind zusammen ins Holoverse gegangen und haben seitdem noch immer Kontakt. Sie wohnt auf einem Bauernhof (mit Kühen!) und hat mich zu sich eingeladen. Das waren ein paar ganz tolle Tage, in denen ich Abstand von Berlin bekommen habe, Kälber kuscheln konnte und eine neue Ecke in Deutschland erkundet habe. Noch immer bin ich sehr gerührt von der Gastfreundschaft und ihrer liebevollen Art. Diese Pause hat nach fast zwei Jahren ohne Reisen enorm gut getan und ich merke, dass mir ein Tapetenwechsel immer mehr fehlt.

Anfang des Jahres habe ich mit dem Führerschein begonnen, weil ich in Australien gemerkt habe, wie schwierig es ist, ohne unterwegs zu sein. Nachdem es in Berlin durch Corona aber zu erheblichen Prüfungsstaus kommt und das auch bedeutet, dass man mehr Fahrstunden nehmen muss, bis man an der Reihe ist, was auch den Preis in die Höhe treibt, habe ich mich dazu entschieden, das Projekt vorerst abzubrechen. Da meine Fahrschule ihre Preise ohnehin um fast 10€ erhöht hat, kann und will ich mir das zu den Bedingungen aktuell nicht leisten. Ich bin nicht drauf angewiesen und wenn ich ihn brauche, kann ich das vielleicht auch schneller durchziehen als jetzt, da der Stau auch in diesem Jahr nicht abnehmen wird. Ich werde mir dann aber definitiv eine andere Fahrschule suchen und eventuell sogar einen Intensivkurs machen. Denn so funktioniert das für mich nicht.

Ende des Jahres musste ich mich von einem sehr guten Freund verabschieden, der sich als Querdenker entpuppt hat. Das tat sehr, sehr weh. Aber solche Menschen dulde ich mit ihren verdrehten Ideologien nicht in meinem Leben. Trotzdem trauere ich um die gemeinsame Zeit und auch um die Person, von der ich dachte, dass er sie war.

Das Jahr endete dann mit einer maximalen Nasennebenhöhlenentzündung (kein Witz, so lautet die offizielle Diagnose), die mich zwei Wochen lang ans Bett gefesselt hat – pünktlich zu Weihnachten. Wenn das mal kein eindeutiger Abschluss für so ein eindeutiges Jahr war …

Ansonsten stand das private Leben bei mir relativ still. Ich habe sehr viel gearbeitet, musste mir neue Routinen antrainieren und habe versucht, alles gut auszubalancieren, was mir auch über das Jahr hinweg recht gut gelungen ist, denke ich.

Ich habe dies Jahr 72 Bücher gelesen. Das sind natürlich eine Menge, keine Frage. Aber ich kann leider nicht mehr an meine Anzahl gelesener Bücher der letzten Jahre anknüpfen. Das finde ich manchmal etwas schade, aber letztendlich geht es ja darum, dass die Bücher, die man liest, einem Freude bereitet haben.
Meine Lesereise dies Jahr war sehr durchwachsen. Ich habe etliche Bücher abgebrochen, teilweise wirklich miese Bücher gelesen, aber es waren auch einige Schätze bei, von denen ich heute erzählen möchte:

Gleich am Anfang des Jahres habe ich Defending Jacob von William Landay gelesen, nachdem ich die Serie an nur zwei Abenden durchgesuchtet habe. Normalerweise nicht mein Genre, aber das Buch war fesselnd geschrieben und hat mich vollkommen begeistert. Es ist spannend und selbst jetzt, ein Jahr später, denke ich noch immer über den Schluss nach.

Pearl Sister von Lucinda Riley war ebenfalls ein Jahreshighlight. Ich bin bei Australienromanen wirklich sehr zickig und anspruchsvoll. Eigentlich kann man da kaum etwas richtig machen. Aber ich habe dem Buch trotzdem fünf Sterne gegeben, weil ich nicht nur die Beschreibungen des Landes inhaliert habe, sondern auch sehr schätze, wie behutsam und ehrlich Lucinda Riley über die Aborigines spricht. Das hat man sehr selten – vor allem von weißen Schriftstellern.

Ein Highlight habe ich erst im Dezember gelesen – The Beekeeper von Aleppo von Christy Lefteri. Das Buch hatte ich auch schon in meinem Newsletter vorgestellt. Die Geschichte eines Ehepaars, das dem schrecklichen Krieg in Syrien entflieht und versucht, in Europa ein neues Leben zu beginnen, hat mich sehr berührt.

Kangaroo Dundee von Chris Barns hat mir sehr gut gefallen, weil ich die Social Media Beiträge vom Kangaroo Sanctuary total gern verfolge. Zu lesen, wie es entstanden ist und wie schwierig der Weg dorthin war, war für mich total interessant und ich schätze Menschen, die sich so dem Tierschutz verschreiben.

Ein ganz besonderes Buch für mich war Der Geschmack von Sommerregen von Julie Leuze, da es in dem Buch nicht nur um Synästhesie, sondern auch Hochsensibilität geht. Ich bin von beidem betroffen und fand es toll, einmal davon in einem Jugendbuch zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir, wie natürlich und behutsam Julie Leuze diese beiden Phänomene beschrieben hat.

Ich halte ehrlich gesagt nicht viel vom New Adult-Genre, aber als ich den Klappentext von Regenglanz von Anya Omah gelesen habe, musste ich das Buch unbedingt haben – New Adult, das in Deutschland angesiedelt ist, von Tattoos handelt und auch noch so gut geschrieben war, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Band zwei und drei sind bereits vorbestellt 🙂

Ich habe so einige Games auf dem PC und spiele doch irgendwie nur Sims. Keine Ahnung, warum mir die anderen Spiele aktuell nicht so viel Spaß machen, aber Sims ist so herrlich entspannend und nicht so nervenaufreibend wie Sacred 😀

Ich habe meine Familie weiter wachsen lassen und gegen Mitte des Jahres die Super-Sim-Challenge gestartet: Hier versucht man mit einem Sim alle Laufbahnen, Karrieren und Sammelobjekte abzuschließen. Ich habe 9 von 28 Sammlungen fertig, etliche Karrieren, zwei Studiengänge und auch viele Laufbahnen abgeschlossen. Es macht eine Menge Spaß, auch wenn mir die Bugs im Spiel oft ein Bein stellen…

Ich habe eine kurze Phase gehabt, in der ich sehr intensiv Stardew Valley gespielt habe. Nachdem ich dort aber eine gut laufende Farm aufgebaut hatte und auch viele der für mich interessanten Achievements freigeschaltet habe, ist das Spiel für mich irgendwie nicht mehr so interessant. Das Angeln klappt leider gar nicht und ich habe momentan noch nicht so Lust, daran etwas zu ändern.

Nächstes Jahr möchte ich gern wieder ein paar mehr andere Spiele spielen, mal sehen, ob mir das gelingt 🙂

Mein Highlight war die sechste Staffel von DRUCK. Ich liebe die Serie ja schon seit Staffel eins, aber in dieser Staffel wurde Dyskalkulie repräsentiert und da ich davon betroffen bin, war es so schön, dieses Thema endlich einmal ausgesprochen zu sehen. Ich habe zu Beginn des Jahres Orange is the new Black durchgesuchtet und fand die Serie größtenteils wirklich richtig gut und kann den Hype auch absolut nachvollziehen. Vor allem die Staffel mit dem Aufstand hat mir sehr gut gefallen. Ein weiteres Highlight war die Spinoff-Serie Tonis Welt (von Club der roten Bänder). Hier freue ich mich schon wahnsinnig auf die zweite Staffel. Ansonsten habe ich viele Kinderserien wieder gesehen wie Ocean Girl, Sleepover Club, Eine lausige Hexe und Dance Academy. Das hat total viel Spaß gemacht. Da es alle aktuellen Spiderman-Filme auf Netflix gab (die mit Tom Holland) habe ich sie mir auch angeschaut und mag sie wirklich gern. Gegen Ende des Jahres habe ich alle Staffeln von Gilmore Girls geschaut. Das war wie immer toll 🙂

Ich wittere für nächstes Jahr einen Rewatch von The Tribe, ehrlich gesagt 😀

Laut Spotify ist mein Song des Jahres „Counting Stars“ von OneRepublic, was passend ist, da ich eine Liedzeile seit Mitte des Jahres in meinem Status stehen habe. Es erinnert mich vor allem an einen einzigartigen Morgen mit Pancake-Frühstück im Tequila Hostel.

OneRepublic - Counting Stars (Official Music Video)

Ansonsten ist mein Musikgeschmack wohl endgültig kaputt, seit ich ein Jahr in Hostels verbracht habe. Es ist wirklich alles kreuz und quer vertreten. Well. So ist es halt. 😀

Gegen Ende des Jahres kam das neue Album von Bullet for my Valentine raus und ich liebe es.

Bullet For My Valentine - Can't Escape The Waves (Visualiser)

Wann ist Corona vorbei?

Thanks for the lessons, 2021

No worries,

Sarah