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November 2021

G’day, Mates!

Der November ist da – und mit ihm auch das nasskalte, graue Wetter inklusive geheimnisvollem Nebel und blätterlosen Bäumen. Für viele ist dieser Monat eine Durststrecke, bis endlich der Dezember beginnt, mit all seinen freundlichen Lichtern, der Vorfreude auf Weihnachten und den leckeren Plätzchen und anderen Süßigkeiten, die typisch für diese Jahreszeit sind. Für Schreiberlinge ist der November ein arbeitsintensiver Monat, denn der NaNoWriMo findet statt. Für mich war dieser Monat jedoch ein vollkommener Reinfall.

Der November hatte es für mich tierisch in sich. Praktisch jeden Tag prasselten Horrormeldungen und Dramen auf mich ein, sodass ich am Ende des Monats einfach nur noch platt war. Ich bin erschöpft und müde davon, all das auszuhalten, darauf zu reagieren und diesbezüglich Entscheidungen zu treffen, während der normale Arbeitsalltag weitergeht und die Pandemie an Fahrt aufnimmt. Dieser Monat war der schwerste Monat diesen Jahres für mich und das so kurz vor Jahresende, wo man eh nur noch auf dem Zahnfleisch geht (was bei mir wörtlich zu verstehen ist).

Ich weiß, dass alle momentan von Corona wirklich genug haben, was ich absolut teile und nachvollziehen kann. Deshalb habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu in diesem Monatsrückblick sagen soll. Aber ich schreibe diese Rückblicke in erster Linie für mich und nun ja. Corona gehört momentan leider dazu. Falls euch das alles nervt, überspringt diesen langen Absatz und geht direkt zum nächsten über – ich kann es verstehen und das ist total okay 🙂
Eine mir sehr nahestehende Person ist diesen Monat an Corona erkrankt und das hat mich sehr belastet. Glücklicherweise geht es der Person gut und dank der Impfung gab es einen milden Verlauf, aber trotzdem hat das einige Sorgen und Gedanken heraufbeschworen, auf die ich sehr gern verzichtet hätte. Das Thema kam mir dadurch sehr nah. Viel zu nah. Es begleitet einen ja ohnehin schon permanent. Da war das noch die Krönung des Ganzen. Und jetzt so kurz vor Weihnachten ist das einfach nur scheiße. Doch es ging glimpflich aus und dafür bin ich trotz allem sehr dankbar.
Dann musste ich einem sehr guten Freund den Kontaktabbruch mitteilen. Ich habe bisher in meinem direkten Umfeld nie mit Querdenkern zu tun gehabt, was mich erleichtert. Grundsätzlich kann jeder seine Meinung haben und mir diese auch mitteilen, auch wenn ich sie anders sehe / nicht teile. Wir leben in einem freien Land und freie Meinung(säußerung) gehört für mich dazu. Aber wenn Corona geleugnet wird und die Sicherheitsmaßnahmen mit dem Judenstern verglichen werden, ich als dumm hingestellt werde, weil ich diese „Propaganda“ nicht durchschaue, hört bei mir die Toleranz auf. So einen Bullshit dulde ich nicht in meinem Leben. Mit solchen Leuten kann und will ich nichts zu tun haben. Besonders geschmerzt hat es, weil diese Person sich nicht einmal für die Geburtstagsgrüße bedankt hat, mir aber innerhalb von Sekunden diesen Scheiß in einem ellenlangen Text schrieb. Mir hat diese Person sehr viel bedeutet. Wir haben sehr viel zusammen erlebt und es tut weh, sie wegen einer Pandemie gehen zu lassen, die rein gar nichts mit unserer Freundschaft zu tun hat. Es tut weh, wenn sich die aktuellen Worte über die gemeinsamen Erlebnisse legen und plötzlich alles verzerrt wird. Wenn man sich Fotos anschaut und die lachenden Gesichter nur aussehen wie eine leere Hülle, weil man sich fragt, wer diese Person eigentlich war. Ich will nicht, dass sich die guten Erinnerungen an einmalige Zeiten mit diesen ekligen Worten vermischen. Ich will die guten Zeiten unangetastet lassen und das ist gerade wahnsinnig schwer und schmerzhaft. Nie hätte ich bei dieser Person damit gerechnet und bis ich das überwunden habe, wird es noch lange dauern.

So. Corona-Freie Zone:

Was diesen Monat ebenfalls schwer gemacht hat, war das Drama um mein Lektorat. Die „Lektorin“, die ich beauftragt habe, stellte sich als maximal inkompetent, unprofessionell und unzuverlässig heraus. Da ich diese Geschichte auf Instagram und im Newsletter genug aufgerollt habe, hier nur das Nötigste: Diese „Lektorin“ ist daran schuld, dass Amicitia nächstes Jahr (wieder) nicht erscheint. Mir geht es damit wahnsinnig schlecht und ich bin noch immer dabei, darüber hinwegzukommen. Denn es ist ja nicht nur, dass die Veröffentlichung (erneut) abgesagt ist. Es kommen andere Probleme und Themen ins Spiel, über die ich im letzten Newsletter ausführlich gesprochen habe. Das hat den gesamten Monat bestimmt und auch dafür gesorgt, dass etliche Tränen geflossen sind und ich wieder viele schwierige Entscheidungen treffen muss, die mir enorm viel Kraft abverlangen. Und wenn man mein persönliches Dilemma außen vor lässt, ist das, was die „Lektorin“ abgezogen hat, auf menschlicher Ebene sowas von ekelhaft und widerlich. Ich verstehe nicht, wie man so sein kann. Ich verstehe nicht, wie man wochenlang auf keine Mails reagiert und einer zahlenden Kundin dann noch ein „Ich wünschte es wäre anders gekommen“ entgegenschleudert. Ich habe dafür keine Worte mehr.

Deshalb habe ich mich auch dazu entschlossen, den NaNo abzubrechen, weshalb alle Beiträge diesbezüglich vom Blog verschwunden sind. Außer die knapp 8000 Wörter ist nichts passiert. Allein nur ans Schreiben zu denken, schnürt mir an manchen Tagen die Luft ab. Und das alles ist auch der Grund, wieso ich mich voraussichtlich für knapp ein Jahr von Instagram zurückziehen werde. Ich muss erstmal wieder bei mir ankommen und rausfinden, was ich will (und wie). Und das ganz ohne Input von außen und der Darstellung eines perfekten Lebens. Ich habe dafür keine Kraft mehr und da Instagram mir schon seit längerer Zeit auf den Keks geht, ist das nur die logische Konsequenz 🙂

Ein Update zur Zahnspange: Wenn ich Glück habe, bekomme ich sie eventuell noch vor Weihnachten. Das wäre schön, da ich mir dann in Ruhe das Handling antrainieren kann und hoffentlich über das erste Lispeln hinauskomme, ohne direkt mit Maske arbeiten zu müssen. Da versteht mich ja dann kein Mensch mehr. Ich weiß nun auch, was mich die Behandlung kosten wird und sagen wir so: Ich verstehe das System Krankenkasse immer weniger. Denn die übernimmt natürlich 0,0€. Selbst eine Zusatzversicherung würde nicht einmal ein Zehntel der Kosten decken. Es ist so ätzend, erwachsen zu sein, wirklich. Und dass ich bei einer medizinisch notwendigen Behandlung wieder komplett auf mein Sparkonto verlassen muss, macht mir ebenfalls zu schaffen. So viel zum Thema Sozialstaat.
Aber ich fühle mich beim Kieferorthopäden wirklich gut aufgehoben. Er hat mir alle meine Fragen geduldig beantwortet und erklärt und das weiß ich sehr zu schätzen. Habe ich bei Ärzten nämlich so gut wie nie. Mittlerweile bin ich sehr neugierig, wie das Leben mit Zahnspange wird und hoffe, dass es bald losgeht 🙂 die perfekte Tasche mit allen Utensilien habe ich auch schon.

Ein Update zum Schrank: Ich sollte den einen Tag etwas von Ikea für die Arbeit bestellen und habe gesehen, dass meine Schubladen und Türen da sind. Also ging es am gleichen Tag hin und nun habe ich bis auf ein einziges Teil alles, was ich für den Schrank brauche, yay! Das heißt, wenn das letzte Teil hoffentlich irgendwann im Dezember da ist, kann ich meinen Schrank endlich aufbauen und demnach auch mein Zimmer umtellen. Darauf freue ich mich riesig.

Ansonsten fand auch in diesem Monat wieder sehr viel in meinem Kopf statt – viele Denkprozesse, viele Entscheidungsfragen, viele Sorgen und Ängste.

So gern hätte ich an meinen Lesemonat im Oktober angeknüpft. Aber angesichts dessen, was alles los war, bin ich froh, dass ich überhaupt etwas gelesen habe. Every Beat of my Heart von Sabrina Weger, das ich testlesen durfte, ist diesen Monat endlich erschienen und ich LIEBE dieses Buch so sehr. Ganz tolle Rockstar-Geschichte. Easy Money von Margarethe Honisch fand ich deutlich hilfreicher als das allseits bekannte Madame Moneypenny und es kam auch ganz ohne gestellten Grillabend aus und widmet sich wichtigen (politischen) Gesellschaftsfragen. Ja-aber was, wenn alles klappt? von Berthold Gunster hatte einige gute Ansätze, hat mir insgesamt aber überhaupt nicht gefallen. Wild von Cheryl Strayed ist so ein Buch, das mich nie gereizt hat, aber allseits so gelobt und gefeiert wird, weshalb ich beim Kindle-Deal doch zugeschlagen habe – es hat mir überhaupt nicht gefallen. Das Buch hat weniger mit dem Wandern des Trails, als mehr mit Traumabewältigung und Sexorgien zu tun. Missing Sister von Lucinda Riley, der vorletzte (?) Teil der Seven Sisters-Reihe hat mich nicht überzeugt. Das Buch war viel zu lang und aufgebläht und fand irgendwie kein Ende. Die letzten 50 Seiten habe ich nur überflogen. Mach, was du kannst von Aljoscha Neubauer bewertet eher Berufstests auf wissenschaftliche Art, als dass das Buch Hilfen dazu gibt, wie man sich beruflich (um)orientiert. American Gods von Neil Gaiman hatte ich mal als Hörbuch angefangen, wollte dann aber doch lieber weiterlesen. Ich habe dann aber bei knapp 25% abgebrochen, weil ich einfach nicht reinkomme und es mich eher langweilt. Start now. Get perfect later von Rob Moore fand ich sehr interessant und hatte ein paar sehr gute und neue Ansätze. Aber das ständige Gefasel über sein Sexleben war für mich vollkommen deplatziert in diesem Ratgeber.

Natürlich ein wenig Sims. Ich hatte mit einigen befreundeten Sims ein Weihnachtsessen veranstaltet – mit dem Ergebnis, dass danach alle meine Küchentheken verschwunden waren, inklusive Couch, Fernseher und Sideboard. Die Sims haben mich eiskalt bestohlen. Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass der vermeintlich nervige Bug eher dem Nachbarschaftsaktionsplan „Teilen“ verschuldet ist – hier können Sims sich alles nehmen, was ihnen beliebt, weil es praktisch keinen Besitz mehr gibt. Hab ich sofort deaktiviert, das ist mir zu teuer 😀
Aber abgesehen davon: Mein Sim hat einige weitere Bestreben abgeschlossen und ich habe sie von der Hexe wieder zum „normalen“ Sim gemacht. Leider gefällt mir das Magie-Pack überhaupt nicht, weil das gesamte Magiesystem mehr als umständlich ist und demnach für mich keinen Mehrwert darstellt. Sehr schade. Aktuell lebt sie wieder in Henford-on-Bagley und hat die Karriere als Malerin eingeschlagen, sowie das Bestreben Malerei gewählt. Ich hatte zwei Hunde, doch die attackieren permanent einen Busch und kommen danach entweder krank oder von Stinktieren angesprüht zurück. Nachdem ich beide Hunde jeweils vier Mal täglich baden musste, habe ich sie aus der Familie entfernt. Die nerven mich total und ich schaffe nichts anderes mehr.

Ich habe mir Masked Singer angeschaut und bin froh, dass ich im Finale wenigstens die Hälfte richtig geraten habe. Ansonsten nur Gilmore Girls. Ich bin mittlerweile am Ende der sechsten Staffel und habe spontan beschlossen, das eigentlich für mich nicht existierende Reboot zu gucken (den Reboot? Die neuen Folgen). Einfach, um zu schauen, ob es im Gesamten genauso mies ist. Es tut gut, etwas zu sehen, was totalen Wohlfühlcharakter hat und wo ich weiß, wie die Folgen ausgehen, weil das gerade sehr entspannt.

Bullet for my Valentine ist meine absolute Lieblingsband seit 2005. Der einfache Grund ist, dass ihre Alben immer genau dann herauskommen, wenn ich ihren Beistand am dringendsten brauche – auch das ist seit 2005 so. Eigentlich hätte das Album im Oktober erscheinen sollen, der Release wurde aber wegen Produktionsverzögerungen verschoben und nun kam das Album mitten im Lektorats-Drama raus und ich kann nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin. Mittlerweile ist auch die signierte CD angekommen (richtig echt signiert, nicht bedruckt!) und wow. Nachdem ich vom letzten Album sehr unterwältigt war, ist dieses Album der absolute Kracher. Ich liebe alle Lieder und finde es auch von den Lyrics her sehr stark. Beste Band forever and always.

Bullet For My Valentine - Can't Escape The Waves (Visualiser)

„Ich sollte meine Insta-Bio ändern: Zerbeißt Zähne innerhalb von sechs Stunden. Deine Knochen in drei.“

ich – aka der Zahnzerstörer

Ich habe ab Mitte Dezember Urlaub und habe mir dafür einige tolle Sachen vorgenommen, wie zum Beispiel meine Fotobücher von Australien zu finalisieren. Bis dahin heißt es durchhalten und dann (hoffentlich) Weihnachten genießen. Wie auch immer das angesichts der aktuellen Situation ausfallen wird. Alles andere ist gerade unwichtig für mich. Ich will einfach nur zur Ruhe kommen.

Ich hoffe, ihr hattet einen guten November und einen hoffentlich (noch) besseren Dezember!


No worries,

Sarah