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Oktober 2021

G’day, Mates!

Zuerst sanken die Temperaturen in ein endlich erträgliches Maß. Danach wurde es später heller und früher dunkel. Und nach und nach färbten sich die tiefgrünen Blätter in ein Orange, Rot und Gelb. Es raschelt nun, wenn man durch die Straßen läuft. Morgens riecht es nach Herbst und der Nebel senkt sich langsam über die Welt. Wir sind endlich in meinem liebsten Monat angekommen und ich erfreue mich so sehr daran.

Mein Monat begann mit einem Kurzurlaub auf dem Land. Nachdem ich in Australien in Brisbane eine deutsche Backpackerin kennenlernte, mit der ich die anderthalb Tage dort verbrachte und ins Holoverse ging, wollten wir uns eigentlich mal wieder sehen, aber nun ja. Corona. Doch nun hatte es geklappt und waren ein paar richtig tolle Tage. Es war so schön, die Freundin wiederzusehen und kennenzulernen, wie sie lebt. Ich durfte Kühe gucken, mit Kälbern kuscheln (die mir den Hintern angenagt und über die Hand geschleckt haben, hach!), das Landleben genießen und einfach mal aus Berlin rauskommen. Das hat so gut getan und ich bin ihr noch immer für ihre großzügige Gastfreundschaft sehr dankbar. Weniger schön war die Busfahrt zurück, weil der Flixbus bis auf den letzten Platz besetzt war und inklusive mir eventuell, wenn man großzügig ist, drei Leute die Maske aufhatten. Ich verstehe das einfach nicht, aber ehe ich mich in diese Thematik reinsteigere, kommen wir zum nächsten Punkt.

Ich hatte den finalen Termin zur Diagnostik meines Kiefers und erfuhr nun, nachdem man mir gesagt hätte, ich müsse doch keine feste Spange tragen, dass diese Behandlungsmethode für meine Probleme besser sei. Das hat mich sehr runtergezogen, da ich mich aus tausend Gründen nicht mit einer festen Spange anfreunden kann. Also hab ich mich nach etlichen Überlegungen dagegen entschieden und werde es mit den durchsichtigen Schienen probieren. Ich muss zwar immer und überall Zahnputzzeug mitschleppen, aber das nehme ich gern in Kauf, wenn es bedeutet, dass ich kein Metall im Gesicht trage. Ich hoffe, dass ich trotzdem die richtige Entscheidung getroffen habe und freue mich mittlerweile darauf, dass es bald losgeht, weil mich die Kopfschmerzen langsam in den Wahnsinn treiben – ganz zu schweigen davon, dass ich es innerhalb einer Nacht geschafft habe, mir durchs Knirschen eine Zahnfraktur zuzulegen. Yay.

Fast am Ende des Monats habe ich meinen herbstlichen Spaziergang gemacht. Leider hat es dort weniger geherbstet, als ich dachte und es mir lieb gewesen wäre. Aber es war toll, rauszukommen und mal wieder die 10.000 Schritte am Tag vollzumachen. Ich mag die Gegend sehr und mich hat das auch sehr runtergebracht, weil ich gerade diese Woche einige schwere Entscheidungen treffen musste. Sich darüber, während man durch die Natur läuft, Gedanken zu machen, hat sehr gut getan und eigentlich wäre es gut, wenn ich das regelmäßig tun würde. Nicht nur der Bewegung wegen, sondern weil es meinem Kopf gut tut. Vielleicht ist es das, wovon Menschen schwärmen, die meditieren und eventuell ist es auch das, was ich in der Meditation vergeblich suche.

Eine dieser Entscheidungen brachte es nun mit sich, dass ich mir einen neuen Schrank gekauft habe. Naja, einen halben, bzw. eher ein Drittel. Dank der globalen Lieferschwierigkeiten fehlen mir sechs von sieben Schubladen und die Türen. Ohne Türen kann ich leben, offene Schränke sind ja in :D, aber ohne Schubladen? Dadurch kann ich auch nicht die Kommode ausleeren und mein Zimmer umstellen, was mich tierisch nervt, weil ich mich total darauf gefreut habe, das noch in diesem Jahr zu tun. Denn mein Schrank nervt mich jetzt seit knapp zehn Jahren und dass ich den endlich loswerde, ist ein kleiner Traum, der gerade in Erfüllung geht und von dem ich dachte, er sei erst in weiter Zukunft realisierbar. Nur ist es total doof, den verpackten Schrank rumliegen zu haben, gleichzeitig ist es blöd, auf unbestimmte Zeit mit einem Provisorium zu leben, was mein jetziger Schrank nämlich auch ist. Ich war aber ehrlich erschrocken zu sehen, wie leer geräubert Ikea war. Es gab so viele Regale, die leer waren. Das habe ich noch nie in der Form gesehen. Die Schubladen sind wohl früh mit 187 Stück geliefert worden, als ich um 19 Uhr da war, gab es schon keine mehr. Ein Teil ist momentan überhaupt nicht mehr lieferbar und es steht in den Sternen, wann das der Fall sein wird. Das ist total verrückt. Die Zimtschnecken, die ich gekauft habe, trösten zumindest ein wenig darüber hinweg …

Der Oktober war mein krassester Lesemonat in diesem Jahr. Ganze 10 Bücher sind es geworden und darauf bin ich echt wahnsinnig stolz – vor allem, weil es sich einfach ergeben hat und ich mir nicht extra Zeit dafür freischaufeln musste oder es mich gestresst hat. Zeilen ans Meer von Sarah Fischer bzw. Adriana Popescu hat mir mittelmäßig gefallen. Der Briefroman spielt teilweise in Australien, kam für mich aber nicht über die Klischees hinaus. Gut war aber, dass Adriana mit ihrem Briefroman da weitermacht, wo die meisten aufhören, nämlich beim ersten Treffen. Acht Berge von Paolo Cognetti hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Schreibstil, Figuren, Geschichte. Das war leider nichts. City of Burning Wings von Lily S. Morgan war ein Coverkauf, den ich lieber hätte sein lassen sollen. Innerhalb eines Fantasyromans zu gendern geht für mich gar nicht – denn das bedeutet, dass die fantastische Welt exakt das gleiche gesellschaftliche Denken und damit auch die gleichen Probleme hat. Was ist dann daran bitte fantastisch? Wenn ich nicht genug bin von A. L. Kahnau war richtig gut. Das Buch hat mich tief berührt und auch total gefesselt, die Thematik der Armut war sehr gut rübergebracht, das Ende leider nur etwas abrupt. Sign of Stars von Melina Coniglio hat mir gut gefallen, für mich kam nur der fantastische Aspekt etwas zu kurz, was ich sehr schade fand. Das hätte ich mir ein wenig stärker gewünscht, aber die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, hat mir gefallen. Gebrauchsanweisung für Australien von Joscha Remus war klasse. Ich habe noch ein bisschen mehr über Australien dazulernen können und weitere Fun Facts am Start, mit denen ich meine Mitmenschen nerven kann 😀 Die ersten Monate von Benjamin Keck hat mir gar nicht gefallen. Aus der Corona-Thematik hätte man deutlich mehr schöpfen können. The Bullet Journal Method von Ryder Carroll hat mir wieder den Spaß am Bullet Journal zurückgebracht und mir eine Menge Inspiration gegeben. Regenglanz von Anya Omah hatte ich vorbestellt und dann innerhalb eines Tages gelesen, weil es mich so gefesselt hat. Jahreshighlight. Absolut. Das hündische Herz von Mikhail Bulgakov hat mir gut gefallen, war aber auch etwas wirr geschrieben und schlussendlich total gaga.

Ich habe weiter ein wenig Sims gespielt. Miranda hat das Outdoor-Bestreben angefangen, was echt Spaß macht, da man Pflanzen und Insekten suchen muss und das ein wenig knifflig ist. Leider kam das Pack vor dem Jahreszeiten-Pack raus, sodass alles nur im Sommer blüht, weshalb ich mich spontan entschieden habe, das Bestreben zu wechseln. Miranda ist nun eine Hexe. Bisher habe ich das Pack kaum erkundet, weil es so komplex erschien, aber dem stelle ich mich jetzt 😀
Außerdem habe ich wieder mit Sacred angefangen. Ich hatte plötzlich Sehnsucht nach Ancaria und habe meinen Schattenkrieger auf Level 15 gebracht, aber gemerkt, dass ich mit seinem Charakter nicht so gern spiele, obwohl ich mit dem gut dabei war, was die Fähigkeiten angeht. Aktuell spiele ich den Tempelwächter, der mir direkt im Tutorial abgeschmiert ist. Das ist so gar nicht mein Charakter, aber seine Kampfskills sind so dermaßen cool, weil er viele Technikaspekte vereint – so kann ich die Gegner zum Beispiel in harmlose Tiere mutieren.

Ende September kam die zweite Staffel von Blood and Water raus, die ich gesehen habe, obwohl die erste mich nicht vollständig begeistert hatte. Trotzdem wollte ich wissen, wie es mit Puleng und Fikile weitergeht. Ich fand die zweite Staffel von der Storyline her deutlich besser als die erste, aber so richtig überzeugt bin ich noch immer nicht. Mir geht es zu viel um Glamour, Drogen und Fame. Trotzdem möchte ich wissen, wie es weitergeht. Da ich mich total gefreut habe, dass nun alle Folgen von der fünften Staffel von Riverdale online sind, habe ich auch da weitergeschaut, aber nach den ersten Folgen beschlossen, die Serie vollständig abzubrechen. Riverdale ist ja immer ziemlich drüber gewesen und von allem too much. Das war okay, weil es trotzdem in sich stimmig war. Aber mittlerweile ist es mir zu viel von allem. Ich dachte, dass es an der deutschen Synchronisation liegt, aber im Original ist es noch schlimmer. Alle schauspielern so, als wären sie in Scripted Reality und die Handlung ist so dämlich, sorry, aber anders kann man das nicht mehr nennen. Es ist echt schade, man hätte aus dem Universum so viel mehr machen können. Dann bin ich eingeknickt und habe mir Squid Game angesehen. Was finden alle an dieser Serie? Außer Brutalität hat sie nichts zu bieten. Wenn wirklich nur deshalb so ein Hype entsteht, frage ich mich echt, was mit der Menschheit schiefläuft. Gegen Ende Oktober startete ja wieder eine Masked Singer Staffel – nun endlich am Samstag. Ich finde die Kostüme diese Staffel nicht so hübsch und die wenigsten können singen … aber mal abwarten, wer alles darunter steckt. Und weil mich Squid Game so genervt hat, bin ich dann wieder zu den Gilmore Girls zurückgekehrt. Ich brauchte eine cozy Serie nach dem brutalen (und für mich leider auch inhaltsleeren) Kram.

Im Herbst läuft meine Herbst-Playlist rauf und runter. Teil dieser Playlist sind praktisch alle Lieder von Daughter, Of Monsters and Men, aber auch Boy. Gerade dieses Lied erinnert mich sehr an den Herbst:

„Sag nicht, dass du dich direkt im Acker festgefahren hast.“
„Klar. Was denkst du, wie ich Autorennen spiele?“

Gespräch mit der besten Freundin

Der November wird ereignisreich! Nicht nur steht der NaNo vor der Tür, sondern auch mein Lektorat für Amicitia, worauf ich Ewigkeiten gewartet habe. Endlich fühlt sich das Ganze dann auch realer an, wenn ich wieder in den Text zurückkehre. Eventuell kann ich mir noch etwas Urlaub nehmen und das Ganze dadurch mehr genießen. Wenn ich richtig Glück habe, kommen die letzten Teile für meinen Schrank an (drückt mir die Daumen!) und ich kann damit beginnen, mein Zimmer umzustellen. Good times ahead!

Ich hoffe, ihr hattet einen guten Oktober und einen hoffentlich (noch) besseren November!


No worries,

Sarah