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5 Tage außerhalb meiner Komfortzone – Wie ich zur Jillaroo wurde

G’day, Mates!

Heute möchte ich euch von einer spannenden Woche erzählen, die ich vollständig außerhalb meiner Komfortzone verbrachte. Eine Woche komplett ohne Handynetz und Internet, in der ich fast jeden Tag auf einem Pferd saß, Rinder treiben und Schafe scheren gelernt habe und am Lassowerfen gescheitert bin.

Vorgeschichte
Leconfield Farm – Wer oder was ist das?
Tag 1 – Ankunft und direkt rauf aufs Pferd
Tag 2 – Pferde und Schafe
Tag 3 – Reiten und Unkraut rupfen
Tag 4 – Kühe treiben
Tag 5 – Reiten, reiten, reiten und Abschied
Fazit

Vorgeschichte

Eine meiner absoluten Lieblingsserie of all times ist McLeod’s Daughters. Als sie 2006 das erste Mal auf VOX ausgestrahlt wurde, war ich sofort dabei und wusste schon da: Ich will das auch. Ich will in Australien auf einer Fam arbeiten. Mit Kühen, Schafen und allem, was das dazugehört. Schon damals war ich kein allzu großer Fan von Pferden, aber ich wollte es zumindest probieren. Zu wissen, ob ich so etwas überhaupt durchhalte, da ich noch nie körperlich (schwer) gearbeitet habe und auch gar nicht weiß, ob ich als Großstadtkind überhaupt in der Lage bin, so mitten im Nirgendwo einer Arbeit wie dieser begegnen zu können.

Leconfield Farm – Wer oder was ist das?

Umso glücklicher war ich, als ich auf die Leconfield Jackaroo & Jillaroo School aufmerksam geworden bin. Die Leconfield Farm ist ein „Cowboy-Bootcamp“. Australische Cowboys und -girls werden Jackaroo (für die Männer) und Jillaroo (für die Frauen) genannt und dort lernt man genau das, was in der Serie von McLeod als Alltag dargestellt wird. In fünf Tagen lernt man (meist symbolisch), die Grundlagen der australischen Farmarbeit und erhält einen sehr realistischen Einblick in das, was Farmer tagtäglich tun. So gewinnt man nicht nur neues Wissen und Erkenntnisse, sondern auch Respekt vor dem, was die Landwirtschaft täglich leistet und welche Schwierigkeiten man in dieser Berufs- (und Lebens-) Branche überwinden muss. Am Ende der Woche erhält man ein Zertifikat und Kontakte, um sich bei Jobs zu bewerben, die anhand eines Fragebogens personalisiert werden. Man wird während dieser Woche auch beobachtet, wie man sich schlägt und wenn man geeignet ist, kann man sogar direkt bei der Leconfield Farm beginnen. Kurz gesagt: Es ist ein wahnsinnig gutes Paket für das man da bezahlt.

Living like a real cowboy (4K)

Tag 1 – Ankunft und direkt rauf aufs Pferd

Gemeinsam mit anderen Teilnehmern der Leconfield School habe ich die Nacht im YHA in Tamworth einem Ort, der knapp anderthalb Stunden von der Farm entfernt liegt (und in dem eine riesige goldene Gitarre steht) verbracht, einem der schlechtesten (und teuersten) Hostels meines gesamten Australienjahrs. Die Zimmer sind wahnsinnig klein, das Bad nicht sauber und die Matratzen sind so weich, man liegt praktisch direkt auf Stahl. Das Frühstück für vier Dollar besteht aus abgezählten Cornflakes und es gab weder Milch, noch Brot. Von daher waren wir alle froh, dass wir nach der ersten Nacht von einem Staff Member der Farm abgeholt wurden.

Bevor es jedoch richtig los ging, machten wir einen Stopp in einem Secondhand Shop, in dem wir uns mit Klamotten eindecken konnten, die wir in der Woche benutzen können. Zwar gibt es auch Kleidung und Schuhe vor Ort, aber nicht immer ist die richtige Größe dabei. Außerdem kauften wir Elektrolyte, da es in der Woche sehr heiß werden sollte und ich sowieso ein Kandidat bin, der vergisst, zu trinken (gerade, wenn es sich um brackig schmeckendes Farmwasser aus dem Damm handelt).

Doch nach dem kurzen Stopp ging es los und wir fuhren Richtung Leconfield Farm. Das Verrückte war, das während der knapp einstündigen Fahrt der Soundtrack von McLeod lief. Da hatte ich ja schon ein bisschen Tränen in den Augen, muss ich sagen 😀

Wir wurden mit Gebäck und Tee empfangen und setzten uns erst einmal zusammen, um uns vorzustellen. Unsere Gruppe bestand aus nicht einmal zehn Leuten, was sehr angenehm war, da die Anzahl meist rund um 15 oder 20 liegt und man so auch viel weniger Hilfestellung vom Staff bekommt. Wir waren eine Truppe bestehend aus Niederländern, Deutschen und einem Australier. Wir erhielten die ersten Infos zu Verhaltensregeln auf der Farm, dem Ablauf in der Woche und auch einige Sicherheitshinweise.

Dann durften wir uns einrichten: Es stehen Holzstockbetten in einem größeren Schuppen, zu dem am Ende das Bad führt, das rustikal, aber teilweise besser als in so manchen Hostels ausgestattet ist. Alles war total gemütlich eingerichtet und ich fühlte mich auf Anhieb wohl. Es hatte einen richtigen Ranch-Charakter, der weder aufgesetzt wirkte, noch too much war.

Danach ging es direkt los: Wir wurden Pferden zugeteilt, indem wir unsere Erfahrung mit Pferden und dem Reiten angaben und lernten zu striegeln und zu satteln. Ich muss ehrlich gestehen: Das ist einfach nicht meine Welt. Ich habe, als ich vierzehn war und eine sehr kurze Pferdephase hatte, mal Reitstunden genommen, deren einzige Erinnerung der immerwährend schreiende Reitlehrer und mein erster und einziger Fall vom Pferd sind. Aber ich wollte mich herausfordern und ich wollte wissen, ob es mir hier in Australien vielleicht mehr Spaß macht (Spoiler: Ich hasse Pferde seitdem). Es fällt mir einfach schwer, die einzelnen Schritte zu bedenken, wie man ein Pferd striegelt, dabei schonend vorzugehen, damit ich dem Tier nicht wehtue und gleichzeitig auch auf meine Sicherheit zu achten, wenn ich Hufe auskratze oder den Schweif nach Kletten absuche. Ich mag das einfach überhaupt nicht. Ich war auch die Einzige, die nach fünf Tagen keine Ahnung hatte, wie die Knoten funktionieren (sowas habe ich noch nie begriffen) und wollte auch als Einzige am Ende nicht frei Hand Rinder treiben, während alle zugucken.

Zuerst ging es auf den Übungsplatz, auf dem wir Grundlagen des Natural Horsemanships lernten. Dabei erfuhr ich, dass die Reitweise, wie wir sie hier in Europa lernen, eigentlich darauf ausgelegt ist, Pferde zu unterwerfen und nicht mit ihnen zu arbeiten. Also alles, was ich damals lernte (und auch nicht mehr wusste), ist eigentlich nicht gut fürs Tier und schon gar nicht gut, um gemeinsam etwas zu erreichen. Das fand ich sehr interessant und wir wurden alle angehalten, diese Theorien auch genau so in die Praxis umzusetzen. Zum Beispiel sollte man Pferden nicht (wie auch in etlichen Filmen) die Hacken in den Bauch rammen, damit es losgaloppiert. Hier machten wir erste Übungen und ich war total beeindruckt, dass das Pferd von Tim Skerret (dem Leiter der Farm und School) auf die sanftesten und leichtesten Berührungen der Zügel und Füße reagierte. Das klingt so banal. Aber es live zu sehen, war wirklich beeindruckend. Einige Eindrücke davon könnt ihr in dem Video oben sehen, da es schwierig ist, so etwas zu beschreiben.

Anschließend ging es auf den ersten mehrstündigen Ausritt und wir erfuhren ein paar Informationen zur Farm, der australischen Flora und Fauna und das war echt cool, wenn auch gruselig, direkt freihändig auf dem Pferd durch die Natur zu reiten. Und ja, der Hintern tut am Ende des Tages wirklich weh.

Tag 2 – Pferde und Schafe

Am zweiten Tag gab es morgens ein tolles Frühstück, das das gesamte Staff vorbereitete. Wir wurden vom Duft von Kaffee und Tee geweckt, das war richtig schön. Anschließend gingen wir auf den Paddock, der direkt an den Schuppen für die Übernachtung der Gäste anschließt und holten die Pferde. Ich hatte sowas von Glück, ein weißes Pferd zu haben, denn ich hätte meines unter den vielen braunen niemals erkannt. Für so etwas habe ich einfach keinen Sinn. Genau wie gestern striegelten und sattelten wir die Tiere. Danach ging es wieder auf den Übungsplatz und wir versuchten die neu gewonnenen Erkenntnisse des Natural Horsemanships umzusetzen, indem wir Pirouetten mit den Tieren drehten. Mein Pferd war zwar leicht zu erkennen, aber wahnsinnig störrisch und bockig. Natürlich ist da die erste Intention, dem Tier die Hacken in den Bauch zu rammen, wie man es unzählige Male gesehen hat. Aber genau das soll man ja nicht tun. Alle meinten, dass ich eine der wenigen Teilnehmer bin, die das Tier recht gut unter Kontrolle hatten, aber mich hat das trotzdem sehr verunsichert und frustriert, weil ich nie wusste, ob das Pferd einfach nicht will oder ich etwas falsch mache.

Anschließend hatten wir eine kurze Hufschmied-Session, in der wir lernten, wie die Hufe der Pferde normalerweise aussehen, warum man überhaupt Hufeisen braucht und wie die Hufe gepflegt werden.

Und dann teilten wir die Gruppe: Die einen lernten Lasso werfen, die anderen Whip Cracking.

Whip crackers Club world wide , yellow belt helpful hints

Fun Fact: Bei Mick habe ich meine Stockman’s Whip gekauft und sogar ein Vorstellungsgespräch gehabt, haha 😀

Diese Peitsche hat mich ja total fasziniert. Am Ende befindet sich der Cracker, eine Art Band, das, wenn man die Peitsche richtig bewegt, die Soundbarriere durchbricht, wodurch das knallartige Geräusch entsteht. Das brauchen Jackaroos und Jillaroos, um beim Treiben von Rindern die Herde zusammenzuhalten und sie zu bewegen. Das ist einfach nur so mega cool! Es braucht wahnsinnig viel Übung, die richtige Bewegung auszuführen, damit der Knall auch entsteht. Es gibt verschiedene Techniken, wir lernten zwei und ich hab es auch ein, zweimal geschafft. Das hat mir echt jede Menge Spaß gemacht, weshalb ich mir auch eine Stockman’s Whip kaufen musste 😀

Das Lassowerfen, das wir mit Rinderschädeln und Stühlen übten, funktionierte hingegen nicht so gut und beim Lassowettkampf einige Tage später am lebendigen Kalb schied ich schon in der ersten Runde nach drei Versuchen aus.

Nun ja. Nach dem Lunch wurde es dann ernst: Wir kehrten zu unseren Pferden zurück und holten die Schafe von einem entfernten Paddock – also Sheep Mustering. Zuerst demonstrierte uns Tim Skerret, wie die Arbeitshunde auch in weiter Entfernung auf seine Pfiffe und Befehle hören, um die Schafe zu unserer Gruppe zu holen. Das war unfassbar faszinierend, wie die Tiere auf jeden noch so kleinen Laut von ihm reagierten. Das wirkte hier noch einmal eindrücklicher als im Fernsehen, wo die Entfernungen gar nicht so eindrucksvoll wirken können. Das Schafe treiben war echt richtig cool, weil es wirklich so war wie in McLeod. Hier mussten wir auch als Gruppe zusammenarbeiten, weil wir uns absprechen mussten, wer wann welche Seite übernimmt, damit kein Tier ausbrechen kann. Das war auf mehreren Ebenen eine Herausforderung, weil alles auf dem Pferderücken und wieder im Freiland stattfindet. Mein Pferd wollte manchmal nicht so wie ich und ich habe mich auch oft nicht getraut, schneller zu reiten, auch wenn es erforderlich gewesen wäre. Das ist einfach nicht meine Welt, vor allem nicht, wenn das Pferd bockt.

Nachdem wir dann die Schafe in einen Paddock gebracht haben, haben wir sie gefangen, was echt sehr lustig war und ein Schaf wurde dann ausgesucht und in die Scherhütte gebracht, wo jeder von uns einmal eine Linie scheren durfte. Ich habe mich darauf echt am meisten gefreut und fand das total toll, das mal live mitzuerleben. Jede Schafscher-Szene in McLeod ist genial. Daher waren meine Erwartungen hoch, haha. Ich war sehr überrascht, wie schwer die Schermaschine ist und auf was man alles achten muss. Zum Beispiel muss das Schaf mindestens ein Bein vom Boden loslösen, damit es sich nicht von selbst aufrichten kann, deshalb „sitzen“ die Tiere auch immer auf den Füßen der Scherer, weil es für sie schwieriger ist, von allein loszupreschen (was sie natürlich manchmal trotzdem tun). Alle von uns hatten riesige Angst, die Maschine zu doll aufzudrücken und zu tief anzusetzen und dem Tier so wehzutun. Doch das war schwieriger als gedacht, weil das Gerät echt schwer ist. Da muss man schon Einiges an Kraft aufwenden 😀 danach bekamen wir eine Demonstration, wie man Schafe „richtig“ schert und erfuhren auch, worauf man da achten muss. Das war echt sehr interessant und ich wünschte mir, ich hätte einen Kurs darin belegen können. Das würde ich gern richtig beherrschen.

Tag 3 – Reiten und Unkraut rupfen

Der dritte Tag war der entspannteste, aber auch der langweiligste, wie ich fand. Vor dem Lunch gingen wir wieder aufs Pferd und lernten weiter von Natural Horsemanship und vertieften die Theorien. Man sollte meinen, ich hätte mich langsam mit dem Pferd eingegroovt, dem war aber nicht so. Ich fühlte mich eher mit dem Tag, der verging, unwohler auf dem Pferd und setzte gedanklich und auch emotional einen endgültigen Haken hinter die Sache. Ich möchte Pferde gern mögen und ich würde es super finden, richtig reiten zu können. Nicht, weil ich Pferde mag, sondern weil es einfach cool ist. Aber mir machen Pferde Angst, weil ich ihre Sprache nicht verstehe und mich das verunsichert. Das strahle ich natürlich auch aus. Ich bleib bei Katzen. Die mag ich zwar auch nicht so, aber sie lieben mich und anscheinend verstehe ich, was sie von mir wollen.

Den Lunch nahmen wir inmitten eines Rinderpaddocks auf einem Hügel ein, was total schön war. Das Essen war super (durchweg, die ganze Woche) und wir hatten Zeit, die Farm mal richtig anzusehen. Das war echt schön.

Nach dem Lunch suchten wir nach schädlichem Unkraut, was in dem halbtoten Gras etwas schwierig war. Aber wir machten das Beste draus, auch wenn es nicht die allzu favorisierte Tätigkeit der Woche war. Das gehört natürlich zur Farmarbeit auch dazu und ich finde es gut, dass man auch hier einen Einblick in die australische Flora erhalten hat, aber … das kann ich auch zu Hause.

Anschließend reparierten wir ein paar Zäune, die von einem Sturm beschädigt wurden und meine Fresse, das ist echt harte Arbeit. Uns wurden Geräte zugewiesen, deren Namen ich noch nicht einmal auf Deutsch kenne und mir aus McLeod vage bekannt vorkamen. Dann geht es darum, die Drähte zu spannen, die Spannung herzustellen, verschiedene Zaunteile miteinander zu verbinden und alles so abzusichern, dass sich kein Tier daran verletzen kann. Das war schon gut Input, den wir dort erhalten haben. Die Arbeit ist sehr mechanisch und macht nicht so wirklich viel Spaß, war aber sehr interessant.

Tag 4 – Kühe treiben

Der heutige Tag war nach den Schafen mein Highlight, auch wenn wir ihn den gesamten Tag auf dem Pferd verbracht haben. Sofort nach dem Frühstück ging es rauf aufs Pferd und wir ritten zum gefühlt letzten Paddock der Farm, was locker zwei Stunden gebraucht hat. Danach haben wir die Kühe zusammengetrieben, was original wie in McLeod war. Das hat so viel Spaß gemacht, ihr könnt euch das nicht vorstellen. Und irgendwie ist man auch so stolz, wenn man das tut. Das ist so außerhalb meiner Komfortzone und so weit weg von allem, was ich bisher in meinem Leben erlebt habe, das war einfach toll.

Man wächst in dieser Woche sehr über sich hinaus. Zum einen durch die Abwesenheit von Internet und Handyempfang, aber auch dadurch, dass man komplett losgelöst von allem ist. Die Detox-Woche gibt es quasi gratis dazu und das tat echt gut. Ich habe in den fünf Tagen sehr viel über mich gelernt und das ist etwas, was mir niemand nehmen kann. Ich kann sagen, dass ich fünf Tage auf dem Pferd saß und nicht runtergefallen bin. Ich fand das zwar nicht toll, aber ich hab es gemacht und das ist am Ende wichtig.

Zurück zu den Kühen: Nachdem wir sie zusammengetrieben haben, brachten wir sie zu einem Paddock der Farm. Das hat Ewigkeiten gedauert, weil wir natürlich sanft arbeiten, also ohne Druck und Stress und dadurch gemächlich reiten. Die Stockman’s Whip kam oft zum Einsatz und die Arbeitshunde wuselten ebenfalls umher. Wir als Gruppe mussten wieder ordentlich zusammenarbeiten, was auch echt toll funktioniert hat. Ab und an war mir etwas mulmig, wenn die zwei Bullen mir und dem störrischen Pferd zu nahe kamen, aber insgesamt haben wir alle einen guten Job gemacht. Wie so etwas aussieht, könnt ihr hier sehen:

A cattle muster ride through the Leconfield hills

Es war anstrengend. Es hat gefühlt ewig gedauert. Aber es war so verdammt cool. Wirklich. Das ist eine meiner liebsten Erinnerungen von dem gesamten Jahr, auch wenn ich mir ununterbrochen vor Angst in die Hose hätte machen können. Es ist so krass, als absolutes Stadtkind diese riesige Rinderherde zu sehen und daran beteiligt zu sein, diese von A nach B zu bringen. Wahnsinn. Wirklich.

Wir lernten dann viel über die Rinderhaltung und dann ging es daran, die Kälber vom Rest der Herde zu trennen und mit Brandzeichen und Ohrmarken zu versehen. Das wird vielen, die das hier lesen, vermutlich nicht gefallen, aber so ist das Business, Leute. Einige unserer Gruppe stürzten sich dann in den „Ring“ und rangelten mit den Kälbern. Nachdem einer einen Schuh verlor und die Klamotten komplett zerfetzt waren, setzte ich das lieber aus und hörte zu. Am Ende durfte jeder ein Brandzeichen der Farm bekommen und ich entschied mich für meine Schuhe. Was für ein tolles Souvenir!

Tag 5 – Reiten, reiten, reiten und Abschied

Der letzte Tag war überhaupt nicht mein Tag. Wir saßen bis zum Lunch auf dem Pferd. Dieses Mal gingen wir aufs Ganze mit Galopp und reiten ohne sich festzuhalten. Da habe ich wieder gemerkt, dass das mit dem Reiten und Pferden und mir nichts mehr wird. Während alle total gechillt und souverän die Übungen absolvierten, ging es mir damit eher nicht so super. Das merkte man vor allem am Ende, als wir freihändig reitend, ein Kalb über den Übungsplatz treiben sollten. Allein. Ohne die Hilfe der anderen. Ich schaute mir einige aus der Gruppe an, selbst der schwächste Reiter meisterte das super. Aber ich spürte, dass das bei mir nicht der Fall sein würde. Schon gar nicht, wenn alle zugucken und ich die Einzige bin, die das nicht schafft. Alle redeten mir gut zu und meinten auch, dass sie nicht lachen und auch der Meinung sind, ich würde das ganz gut hinkriegen. Aber ich vertraute weder in mich, noch dem Pferd.

Ich hätte einfach mehr Zeit gebraucht. Die fünf Tagen waren so dermaßen krass in allem, was wir gemacht und gelernt haben. Fünf Tage auf dem Pferd, zu dem man keine Verbindung aufbauen kann, das für mich ein unberechenbares Wesen ist, dessen Sprache ich nicht spreche … vielleicht hätte ich es mich nach zwei Wochen getraut. Bereuen tu ich es nicht. Es war nicht das richtige Timing.

Danach ging es dann ans Packen. So schnell gehen fünf Tage rum. Wahnsinn. Als Abschluss gingen wir in einem Pub essen und wurden ins YHA Tamworth zurück gebracht. Selbst die, die eigentlich im Hotel schliefen, checkten ins Hostel ein und wir bezogen zusammen ein Zimmer.

Wir sind als Gruppe toll zusammengewachsen und es war schwierig, alle gehen zu lassen und insbesondere für mich, danach allein weiterzureisen. Ich flog direkt nach Tasmanien und fühlte mich dort total einsam und verloren.

Fazit

Ich würde die Woche jederzeit wieder machen. Die gesamte Organisation war klasse. Das Essen war Bombe. Das Staff war immer zuvorkommend, liebevoll und hilfsbereit und hat sich ausgezeichnet um uns gekümmert. Man lernt unfassbar viel und hat so viele, unbezahlbare schöne Eindrücke. Man kann, gerade wenn man auf Farmen arbeiten will, eine tolle Grundlage schaffen und sich auch eine Meinung bilden, ob man das will und packt. Man lernt (eventuell) mit Pferden umzugehen und zu reiten. Man trifft fremde Menschen, die zu Freunden werden. Und man hat Erinnerungen, die einem keiner nehmen kann. Aber falls ihr so etwas auch erleben wollt und nicht wisst, wo und wie ihr einen Anlaufpunkt habt: Ich empfehle diese Farm und das Programm zu 100%.

Leconfield 5 Day Jackaroo & Jillaroo School

No worries,

Sarah

Weiterführende Links:
Leconfield Jackaroo & Jillaroo School

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