Grow

Juni 2021

G’day, Mates!


Der Juni mit einer wahnsinnigen Hitze und der anschließen Tropen-Hölle ist vorüber. Ich bin froh! Denn jeder Sommermonat, der vorbei ist, bringt mich näher an den Herbst! 😀

Mein Monat begann mit dem ätzendsten Kieferorthopädenbesuch, den ich je in meinem Leben hatte. Der Herr war der Meinung, sich über meine Studienfachwahl lustig zu machen („Germanistik? Damit wird man ja nun auch nicht reich“) und hat das gesamte Gespräch bei offener Tür geführt, was garantiert nicht im Sinne des Datenschutzes ist. Seine Diagnose war falsch und hätte mich mehrere tausend Euro Eigenbeteiligung gekostet, was ich unverschämt finde und mich auch sehr schockiert hat. Das war das letzte Mal, dass ich in diese Praxis gegangen bin, was ich den Herrschaften auch mitgeteilt habe. Nachdem ich mir eine Zweitmeinung eingeholt habe, weiß ich nun auch, woher meine Ohrenschmerzen kommen. Mir steht nun Physio und vermutlich auch eine Zahnspange bevor. Genau das, was man in meinem Alter will. Mal sehen, wie das weitergeht, aber es ist schön, dass ich so vielleicht meine täglichen Ohr- und Kopfschmerzen loswerde, die mich langsam aber sicher in den Wahnsinn treiben.

Viel besser war eine andere Untersuchung, die ich diesen Monat hatte, die eine Diagnose widerlegt hat, die mich seit sechs Jahren immer wieder konfrontiert hat. Nichts, was man haben will. Es hätte einige Beschwerden erklärt, mein Leben aber unnötig kompliziert gemacht. Von daher bin ich froh, dass das Thema nun endgültig vom Tisch ist und das hat mich sehr, sehr glücklich gemacht.

Sehr traurig gemacht hat mich die Nachricht über den Tod von Lucinda Riley. Das kam, wie vermutlich für alle, vollständig aus dem Nichts und das hat mich sehr betroffen gemacht. Aktuell lese ich ja die Seven Sisters-Reihe und gerade der Teil in Australien hat mir sehr gut gefallen, weil er so einfühlsam recherchiert war. Etwas, was ich selten bei Australienromanen bemerke. Es macht mich sehr traurig, da Lucinda Riley viel zu jung war, um zu gehen.

Mit dem Führerschein komme ich halbwegs voran. Ich beherrsche den Grundstoff einigermaßen, es gibt nur einige Fragen, bei denen ich immer wieder stolpere und das sind die Fragen, die mehr als 4 Punkte haben. Natürlich. Es ist langsam echt frustrierend, weil ich mir das einfach nicht merken kann. Ich bin echt gespannt, wann und ob es mir gelingt, alle 1137 Fragen zu beherrschen, weil ich alles vergesse, sobald ich es mir nicht mehrmals die Woche ansehe. Der Stoff ist so abstrakt für mich, er bleibt einfach nicht in meinem Kopf. Alles, was sich nicht mit gesundem Menschenverstand erklären lässt, entzieht sich meinem Gehirn.

Die Hitze hat mich im Juni teilweise sehr ausgeknockt. Mit Temperaturen in meinem Zimmer jenseits von Gut und Böse und auch der schwülen Wärme, die ja mein absolutes Hassklima ist. Warm ja, aber dann doch bitte trocken. So South Australia-mäßig. Ich will nicht atmen und das Gefühl haben, ich würde zeitgleich trinken. Ich habe aber viel draußen gesessen und gelesen und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Lecker Wassermelone, Erdbeeren und ab und an ein Eis. Das hat sehr gut getan und ich genieße es auch, wie lang es abends hell ist. Aber warum muss es dabei so brutal warm sein? 25 Grad ohne Tropenhölle reichen doch vollkommen aus. 🙁

Ich habe diesen Monat recht durchwachsene Bücher gelesen. Goldene Zeiten im Gepäck von Adriana Popescu hat mir leider nur mittelmäßig gefallen. Die Geschichte war mir persönlich zu lang und dadurch wirkten einige Twists und Turns nicht. Gestört hat mich, dass der Handlungsort Melbourne total austauschbar war, da nicht eine einzige Sehenswürdigkeit namentlich genannt wurde. Wonderbook von Jeff VanderMeer ist ein unfassbar schöner Schreibratgeber. Viele Infos darin sind nicht neu, dennoch konnte ich einige wertvolle Tipps aus dem Buch ziehen. Die Aufmachung ist einmalig. Die Attentäterin von Yasmina Khadra fand ich sehr schockierend, aber leider hat mir der Schreibstil nicht so zugesagt und damit auch nicht ganz meine Emotionen ansprechen können. Irgendwann habe ich mal die englischen Kindle-Deals entdeckt und dabei das Buch von Julian Norton, The Yorkshire Vet – The next chapter. Es war sehr interessant von der Tierklinik und den vielen Einsätzen bei Kälbergeburten und generell dem Farmleben zu lesen, nur der Schreibstil war tödlich. Dann gab es noch zwei australische Bücher: The Boy from the Mish von Gary Lonesborough, wo es um zwei Aboriginejungen geht, die sich ineinander verlieben. Wichtige Themen, leider sehr unsympathische Protagonisten und ein offenes Ende. Growing up Aboriginal ist eine Anthologie, in der verschiedene Aborigines darüber berichten, wie es ist in Australien aufzuwachsen. Manche Geschichten haben mich sehr verstört, da Diskriminierung und Rassismus für sie noch immer Alltag sind, aber umso wichtiger ist es, sich darüber zu informieren.

Eigentlich wollte ich ja unbedingt bei Pharao weitermachen, aber das Spiel nervt mich total im Moment, weil sich Ptah nicht gewürdigt fühlt und sofort alle (!) meine Lagerhäuser verbrannt hat. Eigentlich kann ich nochmal neu anfangen und ugh. Kein Bock, ehrlich gesagt. Steam hatte seinen Sommersale und da ich seit einiger Zeit um ein Spiel herumgeschlichen bin, habe ich es mir gegönnt, weil es schön kurzweilig klang: Dorfromantik. In dem Spiel geht es darum, Kacheln nach einem gewissen Muster zu kombinieren, um so ein Dorf zu bauen. Man kann Städte, Wälder, Flüsse und Bahnstrecken erstellen, muss dabei gewisse Vorgaben erfüllen und bekommt so mehr Kacheln. Ich dachte, das sei ein total romantisches und entspannendes Spiel, aber ich bin so schlecht darin, es ist ultra stressig xD Aber ich werde besser! Ansonsten konnte ich wegen der Hitze kaum spielen, aber Ende Juli kommt ja das Sims 4-Farmpack und da wird sich sowieso alles ändern 😀 ihr werdet mich niemals wiedersehen! 😀

Ich habe es bei Netflix aufgegeben, Serien gucken zu wollen. Drei, die auf meiner Liste standen, wurden nun nach einer Staffel abgesetzt, weshalb ich mir keine Mühe mache, anzufangen. Wozu. Endet sowieso alles mit einem Cliffhanger. Anstatt sich auf wenige gute Serien zu konzentrieren, stampft Netflix jeden Tag neue aus dem Boden und das nervt mich mittlerweile sehr. Deshalb habe ich zu alten Serien gegriffen und mir Eine lausige Hexe im Original in der 90er Version angesehen (der Reboot ist Mist, lasst euch nichts anderes sagen!). Es war toll, wieder an Grausteins Akademie zurückzukehren. Dann habe ich meinen Lieblingsfilm What’s your number gesehen und wieder einmal gemerkt, warum es mein Lieblingsfilm ist und ich ihn mehr als zwanzig Mal gesehen habe. Leider habe ich auch gemerkt, dass dieser Film mittlerweile ganze 10 Jahre alt ist. Eine Serie habe ich dann doch auf Netflix gesehen, Deaf U. Die Art hat mich sehr an alte MTV-Serien erinnert, wie zum Beispiel Taking the stage, was ich geliebt habe. Wir begleiten gehörlose Studierende in ihrem Alltag an der Uni und das hat mich sehr interessiert, gerade auch, weil ich gemerkt habe, dass ich manche Gebärden mittlerweile ohne Untertitel verstehe. Und dann switchte ich auf Filme um: An einem Wochenende sah ich beide Spider-Man-Teile mit Tom Holland (Homecoming, Far from home) und war total begeistert. Ich bin kein Spider-Man-Fan, aber Tom Holland ist so toll in der Rolle, mir haben die Filme echt gut gefallen. Dann gab es einen Rewatch von Er steht einfach nicht auf dich, finde den Film aber nach wie vor nur mittelmäßig. Knives out fand ich auch eher so mittel. Tolle Schauspieler, aber ich bin kein Murder-Mystery-Fan. Wie ein einziger Tag habe ich zum zweiten Mal gesehen und mag den Film nach wie vor nicht. Jurassic World hat mir sehr gut gefallen.

Mein Jam diesen Monat war eigentlich „Run“ von OneRepublic, den Spotify irgendwie in meine Playlist gespült hat. Aber da meine liebste Lieblingsband of all times eine neue Single rausgebracht hat und ich natürlich das im Oktober erscheinende Album schon vorbestellt habe, erhalten sie diesen Monat den Ehrenplatz in dieser Kategorie:

Bullet For My Valentine - Knives

„Bleib positiverweise negativ!“

Nachricht der besten Freundin

Im Juli sehe ich endlich einen Teil der Familie wieder, den ich durch Corona seit einem Jahr nicht gesehen habe. Darüber freue ich mich sehr und bin auch schon total aufgeregt 😀 deshalb werde ich mir auch größtenteils schreibfrei nehmen und die Zeit mit meiner Familie genießen. Fast ein wenig wie Urlaub 🙂

Ich hoffe, ihr hattet einen guten Juni und einen hoffentlich (noch) besseren Juli!


No worries,

Sarah