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Jahresrückblick 2020


Das Jahr 2020 ist vorbei und ich denke, dass es für viele eine wahnsinnige Herausforderung auf mehreren Ebenen war. Daher fällt es mir auch schwer, die richtigen Worte zu finden, wie ich mein Jahr zusammenfassen soll, denn für mich war nicht alles nur schlecht.

Mein Jahr begann mit einem knapp 24-stündigen Flug; von Sydney über Hongkong und Frankfurt nach Berlin, denn mein Australienjahr ging zu Ende und ich kehrte nach Deutschland zurück. Es ist volkommen surreal, diese Zeilen zu schreiben, weil es sich anfühlt, als wäre es in einem anderen Leben passiert. Dabei ist es gerade mal ~365 Tage her.

Es war wahnsinnig schön, die Familie nach so langer Zeit wiederzusehen und sich wieder in Echtzeit ohne knapp acht Stunden Zeitverschiebung und Texte auf Bildschirmen, ab und an Videochats, auszutauschen. Ich hatte und habe noch immer Probleme, zurück in mein „deutsches Leben“ zu kehren und glaube auch, dass ich durch die Pandemie, die ja nur acht Wochen später so richtig begann, gar nicht richtig zurückgefunden habe, da ich von März an weitestgehend zu Hause geblieben bin. Von Alltag kann man da absolut nicht sprechen. Und worüber ich ehrlich gesagt auch froh bin, da ich Berlin schrecklich finde und ich mich aufgrund der Auflagen nicht in dieser Stadt bewegen muss.

Es gab dadurch aber auch einige sehr heftige Rückschläge, mit denen ich noch immer hadere und die das ganze Jahr bestimmt haben. Sie waren absolut präsent und haben mich sehr oft verzweifeln lassen. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber das Jahr hat mich auf mehreren Ebenen sehr gefordert und an meine Grenzen getrieben. Vieles infrage stellen lassen und auch meine Sicht auf einige Themen verändert – schlussendlich auch die Beziehungen zu einigen Mitmenschen.

Ich bin stolz, dass es mir trotz allem gelungen ist, Bewegung einen festen Platz in meinem Alltag gegeben zu haben, da ich seit Februar täglich Sport mache und bisher kein einziges Mal geschwänzt habe. Ich habe meine Ernährung umgestellt, was für mich ein sehr angstbesetztes Thema war und obwohl da definitiv noch Optimierungsbedarf ist, freue ich mich, dass ich es getan habe. Ich habe die Pille abgesetzt (dazu ein anderes Mal mehr) und handhabe die Auswirkungen bisher überraschenderweise relativ gut. Ich traue dem Frieden nicht, aber mal sehen. Ich habe weiterhin Dänisch gelernt und mir sogar ein wenig ASL beigebracht, da es mir viel Spaß bereitet, Gebärdensprache zu lernen. Hier möchte ich das aber nur aus Spaß an der Freude selbst tun und hege keinerlei Intentionen, die Sprache wirklich zu beherrschen. Ich suche mir Songs raus und ahme die Bewegungen nach und das ist auch schon alles.Ansonsten kann ich wenig zu dem Thema „gelebt“ schreiben, da das Leben weitestgehend hinter geschlossenen Türen stattfand, was für mich ein knallharter Kontrast zum letzten Jahr war.

Mein Lesemonat war produktiv, aber die Bücher selbst nicht so der Hit, abgesehen von Defending Jacob, das jetzt sAuch in diesem Jahr habe ich wieder viel gelesen. Mal mehr, mal weniger, ab und an steckte ich in einer kürzeren Leseflaute drin, dann ging es wieder bergauf. Aber ich denke, es ist normal. Sehr genossen habe ich die Crazy Rich Asians-Reihe, die mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Tone Deaf habe ich geliebt, weil ich mich dies Jahr sehr für Gehörlosigkeit und Gebärdensprache interessiere (im folgenden Punkt mehr). Ansonsten habe ich die Nevernight-Reihe von Jay Kristoff zum Ende gelesen (schluchz) und auch einige andere Werke von australischen Schriftstellern genossen.

Sims 4

Ja, ich weiß. Sarah und Sacred gehören zusammen, aber das Spiel war mir dies Jahr mit allem einfach zu stressig. Und weil wir 2020 hatten, ging mein Sacred dann auch nicht mehr. Danke, Windows-Updates -.-Daher habe ich meine Familien aus Sims 2 auf Sims 4 umgesiedelt, nachdem ich Sims 2 nach einem langen Chat mit EA absolut nicht mehr zum Laufen bringen konnte. Ich mag den Baumodus in Sims 4 unglaublich gern und finde die Möglichkeiten auch toll. Leider fehlen mir im Gameplay im Vergleich sehr viele Dinge. Aber es macht Spaß und ich habe nun acht Generationen meiner Familie hergestellt, yay!Außerdem habe ich alle Emily Delicious-Teile auf den neuesten Stand gespielt. Ich mag die Zeitmanagement-Reihe rund um Emily und die Restaurants sehr gern, obwohl ich die neueren Spiele mit dem neuen Spielmodus nicht mehr so mag.

Meine Serie des Jahres war definitiv Switched at birth. Ich habe sie vor Jahren begonnen, dann gab es die Folgen nur noch gegen Bezahlung und ich hab erstmal pausiert. Sie hat mich aber über fast fünf Jahre nicht losgelassen und so habe ich alle 100 Folgen in einem Monat durchgesuchtet und seitdem hatte ich mehrere Monaten einen Serienhangover und würde am liebsten direkt wieder von vorn beginnen, weil das meine absolute Wohlfühlserie ist.Die Serie handelt von zwei Teenagermädchen, die erfahren, dass sie bei der Geburt vertauscht wurden. Damit sich die Familien nun gegenseitig kennenlernen können, ist ein Treffen vereinbart und sie erfahren, dass eines der Mädchen gehörlos ist und mit der Amerikanischen Gebärdensprache (ASL) kommuniziert. Zu sehen, wie die Familien damit umgehen, anfangen, ASL zu lernen, wie die Gehörlosenkultur auf ganz verschiedene Arten und mit unterschiedlichen Abstufungen dargestellt wird, hach. Immer wieder wird auch darauf eingegangen, wie man mit Vorurteilen umgeht und dass sie meistens unbegründet sind. Wer Diversität sucht, wird in der Serie sehr glücklich werden. Eine Folge gibt es beispielsweise ohne Ton, damit Zuschauer nachempfinden können, wie Gehörlose Fernsehen gucken. Das ist eines der krassesten Erlebnisse, die ich während einer Serie hatte und die Folge selbst rührt mich jedes Mal. Man lernt auch über die verschiedenen Folgen hinweg bestimmte Gebärden, weil sie sich oft wiederholen und wächst mehr und mehr in diese Sprache hinein, was ich total spannend finde.Diese Serie ist der absolute Wahnsinn. Ich liebe diese Wohlfühl-Atmosphäre, die Thematik, die Schauspieler, die Paare, ich habe mit allem so sehr mitgefiebert. Gucken. Jetzt. Los.

Diesen Monat hat es mich wieder in die 90er zurückversetzt, weswAls „Metalhead“ hat man mir zu Schulzeiten immer eingebläut, keine Popmusik hören zu dürfen, was totaler Bullshit ist. Deshalb fällt es mir nicht leicht, zuzugeben, dass Dua Lipa für mich DIE Künstlerin des Jahres ist. Ihre Musik lief letztes Jahr so oft in Hostels und irgendwie habe ich dann bei YouTube mehr von ihren Liedern gehört und mir gefiel ihr neuer Song “Don’t start now” auf Anhieb.

Dua Lipa - Don't Start Now (Official Music Video)

Als dann Future Nostalgia, ihr Album, rauskam, war es vorbei. Ich liebe echt jeden einzelnen Song und hörte das Album locker drei Monate in Dauerschleife. Totale Feel good-Music und ich bin wahnsinnig verliebt in Levitating! Das ist mein Lied des Jahres.

Dua Lipa - Levitating (Official Lyrics Video)

Wer Musik sucht, die sich wie die 90er anfühlen, aber aus dem jetzigen Zeitalter kommen, wird mit Future Nostalgia absolut nichts falsch machen.

Wann hört Corona auf?

Thanks for the lessons, 2020

Wie war euer 2020?


No worries,

Sarah